Sternwanderung durch den Irtenberger Wald

Im Parforceritt durch die Ökologie des Waldes

Der goldene Oktober war den rund 300 Wanderern aus dem Waldsassengau im Würzburger Westen gnädig gestimmt und schickte nochmal einige Sonnenstrahlen durch das bunte Herbstlaub des Irtenberger Waldes.

Von sieben Startpunkten aus wurden die Bewohner des Allianzgebietes von Forstexperten zur Tiergartenhütte geführt. Die mit 12 km längste Strecke galt es von Uettingen aus zu bewältigen. Am schnellsten ging es von Waldbrunn, wo nur 3,5 km zwischen den Wanderern und den regionalen Wildschwein-Leckereien lagen. Die jüngsten Teilnehmer durften im Planwagen von Manfred Klüpfel (Waldbrunn) mitfahren.

Nachtrag der Gemeinde Eisingen: Aus Eisingen startete am Place Bernières eine Gruppe mit 20 Teilnehmern mit dem Vertreter der Bayer. Staatsforsten Matthias Krippendorf zur Sternwanderung in den Irtenberger Wald.

Herr Fricker von der Forstverwaltung (AELF Würzburg) führte die größte Wandergruppe aus Waldbrunn mit rund 60 Personen an. Er spannte einen weiten Bogen von der Erstbewaldung Europas nach der Eiszeit, über die Ökologie des Waldes bis hin zu aktuell brennenden Themen wie Artenrückgang und Klimaerwärmung. So werden pro Sekunden 2 qm Boden in Deutschland versiegelt und jährlich ca. 2 Mio ha Wald abgeholzt, die beispielsweise in Palmölplantagen (Borneo), Sojafelder oder Rinderweiden (Brasilien) umgewandelt und ökologisch entwertet werden. Nicht zuletzt unser Hunger nach billigem Fleisch heizt diesen Trend weiter an.
Bayern ist zu rund einem Drittel mit Wald bedeckt und mit 2,5 Mio Hektar das waldreichste Bundesland. Insbesondere Mischwälder mit einem hohen Anteil an Altbäumen sowie Totholz, sind ein wertvoller Lebensraum. Der Wald speichert Wasser und dient als begehrter Erholungsraum für die zunehmend gestresste Gesellschaft. Die Mehrfachnutzung als Lebens- und Erholungsraum auf der einen Seite sowie der Forstwirtschaft auf der anderen Seite kann allerdings zu Konflikten führen.

Die Fülle an Informationen wurde anschließend stilecht und angemessen bei deftiger Wildschweinwurst und -steak verarbeitet. Für die Kinder bot Nina Sofie Wagner vom Würzburger Bergwaldprojekt Entdeckungs- und Ratespiele.

Allianzsprecher Hans Fiederling betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das regionale Bewusstsein und hob besonders den Austausch von Fachleuten und Laien zum Thema Wald und Regionalentwicklung hervor.

Initiator der Wanderung war Wolfgang Schölch, Förster der Bayerischen Staatsforsten, der auf die Bedeutung der Öko-Modellregion Waldsassengau als Plattform für nachhaltige Entwicklung im Würzburger Westen hinwies. Die Staatliche Öko-Modellregion zielt im Kern auf die Stärkung der Ökologischen Landwirtschaft, greift aber im Sinne einer ökologischen Bewusstseinsbildung auch weitere grüne Themen auf.

Herrn Wolfgang Schölch, allen Wanderführern aus Forstverwaltung und Forstbetriebsgemeinschaft, sämtlichen Helfern und Teilnehmern ein herzliches Dankeschön für eine rundum gelungene Veranstaltung!


Jochen Diener
Projektmanager Öko-Modellregion Waldsassengau im Würzburger Westen

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung von Diensten. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen ...