Verunreinigtes Trinkwasser – Trinkwasser muss abgekocht werden

Nach Vorgabe des Gesundheitsamtes Würzburg besteht ab sofort ein Abkochgebot für Leitungswasser im Versorgungsbereich West des Zweckverbands Trinkwasserversorgung Mittelmain (FWM). Nachfolgend veröffentlichen wir die Pressemitteilung des Zweckverbands vom 14. September 2018.

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Gesundheitsamt erlässt Abkochgebot für Versorgungsbereich West (FWM)

Im Rahmen einer routinemäßigen Beprobung im Hochbehälter Zellingen wurde eine geringe Überschreitung des Grenzwertes für Enterokokken im Trinkwasser des Versorgungsbereichs West des Zweckverbands Trinkwasserversorgung Mittelmain (FWM) festgestellt. Der Bevölkerung wird daher empfohlen, das Trinkwasser bis auf weiteres abzukochen.

Der Zweckverband hat umgehend die seitens des Gesundheitsamtes festgelegten Maßnahmen eingeleitet, um die Verunreinigung zu beseitigen. In diesem Rahmen wird auch Chlor eingesetzt, dessen Geruch unter Umständen im Trinkwasser wahrnehmbar ist. Dies ist für die Gesundheit jedoch unbedenklich.

 

Betroffene Gemeinden

Betroffen sind folgende Gemeinden: Eisingen, Erlabrunn, Helmstadt mit Holzkirchhausen, Hettstadt, Höchberg, Kist, Leinach, Neubrunn mit Böttigheim, Thüngersheim, Uettingen, Waldbüttelbrunn mit Roßbrunn und Mädelhofen und Zellingen mit Retzbach.

 

Abkochen des Trinkwassers

Zum Abtöten von Krankheitserregern muss Trinkwasser einmal kurz kräftig sprudelnd aufgekocht werden. Dies ist insbesondere in folgenden Fällen notwendig:

  • Trinken, Getränkezubereitung (z.B. Eiswürfel)
  • Zubereiten von Lebensmitteln
  • Waschen von Obst, Gemüse, Salat oder anderen Lebensmitteln
  • Medizinische Zwecke (z.B. Wundreinigung, Nasenspülen)
  • Zähne putzen
  • Geschirrabwasch von Hand
  • Trinkwasser für empfindliche Haustiere

 

Kein Abkochen ist nötig für eine allgemeine Reinigung, die Toilettenspülung, den Geschirrspüler, Duschen oder Wäschewaschen mit der Maschine. Empfehlenswert ist es, bis zur vollständigen Beseitigung der Verunreinigung zum Trinken und als Säuglingsnahrung Mineralwasser zu verwenden.

 

Das Gesundheitsamt der Stadt und des Landkreises Würzburg gibt folgende Hinweise:

  • Zahnarztpraxen, die ihr Wasser für die Dentaleinheit direkt aus der Trinkwasserinstallation beziehen wird empfohlen, auf ein sog. Bottle-System umzustellen.
  • Für Alten/Seniorenpflegeheime, in denen Bewohner mit Erkrankungen oder Bewohner mit eingeschränkter Immunabwehr gepflegt werden, wird empfohlen, in betroffenen Bewohnerzimmern endständige Sterilfilter anzubringen.
  • Zur Körperpflege bei Kleinkindern sowie kranken- oder immungeschwächten Menschen wird abgekochtes (und anschließend abgekühltes) Wasser empfohlen.
  • Auf das Abkochen kann verzichtet werden bei z. B. Geschirrspülen in Spülmaschinen mit Waschmittelzusatz, Wäschewaschen in Waschmaschinen mit Spülmittelzusatz sowie Händewaschen durch intensive Anwendung von Seife.
  • Darüber hinaus empfehlen wir die Supermärkte bzw. Discounter in den betroffenen Gebieten über die Sachlage, bzw. die daraus entstehende erhöhte Nachfrage nach Flaschenwasser zu informieren.

 

 

Antworten auf die aktuelle Anfrage der Main-Post zur Wasserverunreinigung

1.) Ist die Ursache (Eintrittsbereich) für die Verunreinigung gefunden?
Die exakte Ursache wurde bisher nicht gefunden und ist wie in vielen vergleichbaren Fällen nicht einfach zu ermitteln. Mögliche Eintragsherde werden derzeit eruiert.
2.) Wer ist mit der Untersuchung zur Ursachenfindung beauftragt?
Ein Expertenteam wurde direkt nach der Identifizierung der Verunreinigung abgestellt, zusätzliche Unterstützung leisten mehrere akkreditierte Analytiklabore. Darüber hinaus wurde das Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe hinzugezogen. Begleitend findet ein ständiger Informationsaustausch mit den beteiligten Behörden statt.
3.) Ist der Grund für die Verunreinigung im direkten Bereich des Hochbehälters Zellingen zu suchen?
Dazu liegen keine abschließenden Erkenntnisse vor.
4.) Wenn bei 3.) nein, wo dann?
5.) Könnte das derzeitige Ausbringen von „Sudel“ in der Landwirtschaft ein Grund für die Verunreinigung sein?
Grundsätzlich kann kein Eintragspfad ausgeschlossen werden. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, da regelmäßige Rohwasserbeprobungen an den Förderanlagen der Wasserversorgungsunternehmen durchgeführt werden. Dort gab es in diesem Zusammenhang keine Auffälligkeiten.
6.) Befinden sich aktuell immer noch Enterokokken im Versorgungsbereich West? Wenn ja, wie hoch ist die Konzentration?
Die betroffenen Versorgungsanlagen (Abgabeschächte, Zubringerleitung und Hochbehälter) werden täglich beprobt. Die von FWM veranlassten Proben (Probenahme: 14./15./16./17.09.2018) waren bislang alle unauffällig und ohne Befund.
7.) Gab es zwischenzeitlich – also nach dem ersten Befund – einen weiteren Eintritt von Enterokokken – oder weshalb dauert die Chlorung so lange?
Nach dem Erstbefund ergaben die von FWM veranlassten Kontroll- und Folgebeprobungen keine Auffälligkeiten und waren ohne Befund. Die Chlorung dauert deshalb so lange, weil von Amtsseite angeordnet und aus Vorsorgegründen erst eine vorgegebene Chlor-Konzentration an den verschieden Abgabestellen im Netz erreicht werden muss. Da es sich hierbei um ein dynamisches Versorgungssystem handelt (gebietsabhängiges Abnahmeverhalten), müssen sich diese Werte kontinuierlich einstellen.
Das Abkochgebot dauert somit weiterhin an.
8.) Warum konnte in Zell das Problem mittlerweile offenbar isoliert gelöst werden? Hängt das damit zusammen, das Zell hauptsächlich von der TWV / WVV mitversorgt wird?
Wir bitten Sie, Auskünfte zur Wasserversorgung in Zell direkt beim zuständigen Wasserversorger TWV einzuholen.
9.) Nach ihrer Aussage gab es am Hochbehälter Zellingen Bauarbeiten: Welche Arbeiten wurden dort konkret durchgeführt und weshalb?
Es handelt sich hierbei um eine gemeinsame Baumaßnahme von TWV und FWM. Dabei wird das Rohr- und Kammersystem umgebaut und erneuert, konkret:
– Erneuerung des hydraulischen Leitungssystems
– Betonsanierung der nicht in Betrieb befindlichen Wasserkammer
– Elektrotechnische Sanierung
10.) Von wann bis wann dauerten die Bauarbeiten?
Die Maßnahme wurde baulich im August 2017 begonnen und dauert an.
11.) Wer kontrollierte die Bauarbeiten?
Die Planung und Überwachung der Bauarbeiten wurde an Ingenieurbüros vergeben. Zusätzlich sind Vertreter von FWF, FWM und TWV regelmäßig vor Ort.
12.) Gelten für Bauarbeiten im sensiblen Bereich eines Hochbehälters besondere (Hygiene)-Vorschriften? Wenn ja, welche und wer kontrolliert diese?
Das DVGW-Regelwerk umfasst Regeln für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung von Wasserversorgungsanlagen und liegt sämtlichen Baumaßnahmen zugrunde. Die Kontrolle erfolgt durch die Bauleitung.
13.) Gab oder gibt es weitere Bauarbeiten auf dem Gelände des Hochbehälters?
Derzeit nicht außer den in Pkt. 9 genannten Maßnahmen
14.) Gibt es im aktuellen Fall der Verunreinigung einen „Maßnahmeplan“ und welche konkreten Maßnahmen und zeitliche Fristen sind darin festgelegt?
Die FWM ist wie jedes Wasserversorgungsunternehmen verpflichtet, gem. §16 TrinkwV Abs. 5 einen Maßnahmenplan zu erstellen. Dieser umfasst insbesondere, welche Stellen im Falle einer festgestellten Abweichung zu informieren sind und wer zur Übermittlung dieser Informationen verpflichtet ist. Dieser Informationspflicht wurde seitens FWM / FWF nachgekommen.

Quelle: Zweckverband Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM) – 20. September 2018

 

 

Informationsmöglichkeiten

Die aktuell ergriffenen Maßnahmen können mehrere Tage dauern. Ein begleitendes Überwachungsprogramm zur Kontrolle der Trinkwasserqualität wurde bereits veranlasst.

Aktuelle Mitteilungen werden auf der Website www.fwm-wue.de unter „Aktuelles“ veröffentlicht.

 

Artur Schmitt (@artusmi)

Webmaster der Gemeinde Eisingen in Unterfranken, Freizeitfotograf und Hobbyastronom. Autor und Betreiber der Website Arts Fotos.

8 Anmerkungen zu „Verunreinigtes Trinkwasser – Trinkwasser muss abgekocht werden

  1. 8. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    Gemeinsame Presseerklärung der Landratsämter Main-Spessart und Würzburg sowie der Fernwasserversorgung Mittelmain

    Sicheres Trinkwasser oberstes Gebot – Gesundheitsämter und Wasserversorger im Dauereinsatz

    Die Gesundheitsämter Main-Spessart und Stadt und Landkreis Würzburg haben mit der Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM) einvernehmlich die weiteren Maßnahmen festgelegt, um baldmöglichst das Abkochgebot aufheben zu können. Einbezogen ist insbesondere der Zweckverband Fernwasser Franken (FWF), der von FWM seit 2016 mit der technischen Betriebsführung beauftragt ist.

    Notwendig ist die Fortsetzung der Chlorung, um die Keimbelastung nachhaltig auszuschalten. Aufgrund des sehr weit verzweigten Leitungsnetzes bedarf es hierfür zum Schutz der gesamten Bevölkerung leider eines längeren Zeitraums.
    Zusätzlich wird das Trinkwasser täglich umfangreich auf Bakterien untersucht. Im Laufe der nächsten Woche werden die momentan noch ausstehenden Ergebnisse erwartet.

    Für sicheres Trinkwasser ist es weiterhin erforderlich, das Abkochgebot in den betroffenen Gemeinden voraussichtlich bis in die nächste Woche hinein aufrechtzuerhalten. Erst bei konstantem Vorliegen eines ausreichenden Chlorgehaltes sowie konstant unauffälligen mikrobiologischen Befunden im Ortsnetz der jeweiligen Gemeinden kann das Abkochgebot aufgehoben werden.

    Parallel dazu läuft derzeit die Ursachenforschung in Zusammenarbeit mit den Behörden und Fachinstituten auf Hochtouren. Noch konnte der Grund für die Keimbelastung nicht gefunden werden. Bei Vorliegen neuer Erkenntnisse werden die betroffenen Gemeinden, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Medien fortlaufend unverzüglich informiert.

    Die Hotline des Gesundheitsamtes Würzburg ist unter der Telefonnummer 0931 8003-5984 am Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 14 Uhr für Fragen erreichbar.

  2. 7. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    Abkochgebot für Trinkwasser im westlichen Landkreis Würzburg bleibt weiter bestehen – Hotline des Gesundheitsamtes Würzburg Stadt und Land bleibt auch am Wochenende besetzt

    Nach der Feststellung einer geringfügigen Überschreitung des Grenzwertes für Enterokokken im Trinkwasser des Versorgungsbereiches West des Zweckverbandes Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM) bleibt das Abkochgebot in folgenden Gemeinden des Landkreises Würzburg voraussichtlich bis in die nächste Woche hinein weiterhin bestehen:

    Eisingen, Erlabrunn, Helmstadt mit Holzkirchhausen, Hettstadt, Höchberg, Kist, Leinach, Neubrunn mit Böttigheim, Thüngersheim, Uettingen, Waldbüttelbrunn mit Roßbrunn und Mädelhofen.

    Die Hotline des Gesundheitsamtes ist unter der Telefonnummer 0931 8003-5984 von Freitag bis Sonntag jeweils von 9 bis 14 Uhr für Fragen erreichbar.

  3. 6. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    20.09.2018 — Die Chlorung dauert weiterhin an, weil vom Gesundheitsamt angeordnet und aus Vorsorgegründen erst eine bestimmte Chlor-Konzentration an den verschieden Abgabestellen im Netz erreicht werden muss. Da sich das Abnahmeverhalten gebietsabhängig stark unterscheidet, müssen sich diese Werte kontinuierlich einstellen.

    Das Abkochgebot besteht somit weiterhin.

  4. 5. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    Aufhebung des Abkochgebots für das Trinkwasser in Zell am Main

    Nach mehreren Nachbeprobungen des Trinkwassers in Zell am Main wurde ein ausreichender Chlornachweis im Trinkwasser-Ortsnetz von Zell am Main festgestellt.

    Daher kann das Abkochgebot für Zell am Main ab sofort aufgehoben werden. Dennoch gilt zu beachten, dass das vorsorgliche Abkochgebot für die restlichen betroffenen Gemeinden im westlichen Landkreis Würzburg (Eisingen, Erlabrunn, Helmstadt mit Holzkirchhausen, Hettstadt, Höchberg, Kist, Leinach, Neubrunn mit Böttigheim, Thüngersheim, Uettingen, Waldbüttelbrunn mit Roßbrunn und Mädelhofen) weiterhin bestehen bleibt.

    Das Trinkwasser aus dem Hochbehälter Zellingen wird nach wie vor gechlort. Die Chlorung ist für die Bevölkerung gesundheitlich unbedenklich.

    Die Hotline des Gesundheitsamtes ist unter der Telefonnummer 0931 8003-5984 zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes (Montag bis Freitag 07:30 bis 12.00 Uhr, Montag und Donnerstag von 14:00 bis 16:30 Uhr) für Fragen erreichbar.

  5. 4. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    18.09.2018 — Zur Beseitigung der Verunreinigung durch Enterokokken wurde dem Wasser im betroffenen Versorgungsgebiet seit Ende vergangener Woche Chlor beigefügt.

    Derzeit finden im gesamten betroffenen Gebiet Messungen des Chlorgehalts statt. Anhand der zu erhebenden Messwerte wird der Nachweis erbracht, dass die Chlorkonzentration an jedem Punkt des Versorgungsnetzes dem erforderlichen Umfang entspricht.

    Bis zum Nachweis einer ausreichenden Chlorung muss das Wasser weiterhin abgekocht werden.

  6. 3. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    17.09.2018 — Das Wasser muss in den gestern genannten Gemeinden weiterhin abgekocht werden.

    Die Hotline des Gesundheitsamtes ist für die Anfragen aus dem Landkreis Würzburg unter der Telefonnummer 0931 8003-5984 zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes (Montag bis Freitag 07:30 bis 12:00 Uhr, Montag und Donnerstag von 14:00 bis 16:30 Uhr) für Fragen erreichbar.

    Anfragen aus Zellingen und Retzbach sowie weiteren Gemeinden aus Main-Spessart beantwortet das Gesundheitsamt des Landkreises Main-Spessart (Montag bis Freitag 08:00 bis 12:00 Uhr sowie Montag, Dienstag und Donnerstag 13:30 bis 15:30 Uhr) unter der Telefonnummer 09353/793-0.

  7. 2. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    Stand: 16.09.2018 — Das Wasser muss nach wie vor in folgenden Orten abgekocht werden:

    Eisingen, Erlabrunn, Helmstadt mit Holzkirchhausen, Hettstadt, Höchberg, Kist, Leinach, Neubrunn mit Böttigheim, Thüngersheim, Uettingen, Waldbüttelbrunn mit Roßbrunn und Mädelhofen, Zell a. Main und Zellingen mit Retzbach.

    Die Gemeinden Retzstadt, Güntersleben, Veitshöchheim und anschließende östliche Gemeinden sind vom betroffenen Versorgungsbereich West physikalisch getrennt. Die einwandfreie Trinkwasserqualität ist daher im Versorgungsbereich Ost gewährleistet.

  8. 1. Update zum Abkochgebot im Versorgungsbereich West

    Stand: 15.09.2018 — Das Gesundheitsamt Würzburg hat für Bürger eine Hotline eingerichtet: 0931 80035984. Die Hotline war am Samstag von 10 bis 12 Uhr besetzt. Die Info haben wir erst jetzt im Internet gefunden. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten, sobald es Neues zu berichten gibt.

    Das Wasser muss weiterhin abgekocht werden.

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