Neubau der Kläranlage der Ahlbachgruppe Hoch 5 - Investition in eine zukunfts-sichere Abwasserreinigung
Gemeinsame Verantwortung für sauberes Wasser und den Schutz unserer Umwelt
Der Zweckverband Abwasserbeseitigung „Ahlbachgruppe Hoch 5“ treibt den Neubau seiner Verbandskläranlage voran. Die fünf Mitgliedsgemeinden Eisingen, Hettstadt, Kist, Waldbrunn und Waldbüttelbrunn stellen sich damit gemeinsam einer wichtigen Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge: der zuverlässigen und umweltgerechten Reinigung des anfallenden Abwassers. Alle Bürgerinnen und Bürger sind auf diese unerlässliche Infrastruktur angewiesen. Man stelle sich nur mal vor, die Abwasserentsorgung funktioniert nicht mehr…
Die bisherige Kläranlage ist seit rund 45 Jahren in Betrieb. Aufgrund ihres Alters und des zunehmenden Reparaturbedarfs ist eine umfassende Erneuerung erforderlich. Anstatt weiterhin größere Summen in den Erhalt der bestehenden Anlage zu investieren, schafft der Zweckverband mit dem Neubau die Voraussetzungen für einen langfristig sicheren und leistungsfähigen Anlagenbetrieb.
Ein Großprojekt für fünf Gemeinden
Mit einer geplanten Investitionssumme von rund 32,5 Millionen Euro zählt der Neubau zu den bedeutendsten Infrastrukturprojekten der beteiligten Kommunen. Die Finanzierung wurde nach intensiven Beratungen zwischen den Mitgliedsgemeinden und unter Einbeziehung des Landratsamtes abgestimmt. Ziel ist es, die notwendige Investition auf eine tragfähige Grundlage zu stellen und die gemeinsame Abwasserentsorgung dauerhaft zu sichern.
Die neue Kläranlage in dieser Größenordnung ist für alle Mitgliedsgemeinden inkl. Puffer ausreichend ausgelegt. Damit berücksichtigt die Planung die Anforderungen an eine leistungsfähige Abwasserreinigung für das Verbandsgebiet. Mit einem Faulturm zur Gasproduktion für den Betrieb von zwei Blockheizkraftwerken für Wärme und Strom wird die neue Anlage auch energetisch zukunftssicher aufgestellt, um den Eigenverbrauch weitestgehend selbst decken.
Moderne Technik für den Gewässerschutz
Der Neubau umfasst die wesentlichen Stufen der mechanischen, biologischen und chemischen Abwasserreinigung sowie eine moderne Schlammbehandlung mit Schlammfaulung und Schlammentwässerung. Die aufeinander abgestimmten Verfahrensschritte sollen eine zuverlässige Reinigung des Abwassers und eine effiziente Behandlung der dabei anfallenden Rückstände ermöglichen.
Damit leistet die neue Anlage einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gewässer und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Zugleich schafft sie die technischen Voraussetzungen, um den steigenden gesetzlichen Anforderungen an die Abwasserbehandlung auch künftig gerecht zu werden.
Schritt für Schritt in die Zukunft
Nach einer mehrjährigen Planungs- und Abstimmungsphase wurde im Juli 2025 mit dem Spatenstich ein wichtiger Meilenstein erreicht. Seither wird das Großprojekt umgesetzt. Die Arbeiten umfassen neben den eigentlichen Anlagenbauwerken auch die erforderlichen Rohrleitungen sowie die zugehörige Infrastruktur.
Der Neubau ist mit erheblichen finanziellen und technischen Herausforderungen verbunden. Er ist jedoch eine notwendige Investition, um die Abwasserentsorgung der fünf Mitgliedsgemeinden langfristig zuverlässig aufzustellen.
Die Ahlbachgruppe Hoch 5 bündelt mit diesem Projekt die Kräfte der beteiligten Kommunen, denn der gemeinsame Betrieb einer solchen Einrichtung ist langfristig bedeutend wirtschaftlicher als Einzellösungen. Gemeinsam übernehmen sie Verantwortung für eine leistungsfähige Infrastruktur, den Schutz unserer Umwelt und eine sichere Abwasserentsorgung für die Bürgerinnen und Bürger heute und in Zukunft.
Finanzierung des Eisinger Anteils über die Verbrauchsgebühren
Der Anteil der Gemeinde Eisingen an den Gesamtkosten beträgt auf Grundlage der Einwohnerwerte 22 Prozent. Bei der geplanten Investitionssumme von rund 32,5 Millionen Euro entspricht dies einem Betrag von etwa 7,15 Millionen Euro. Bereits in der vergangenen Wahlperiode hat der Gemeinderat beschlossen, einen ersten Eisinger Kostenanteil über etwa 1,9 Millionen Euro die Abwassergebühren zu finanzieren.
Eine mögliche Finanzierungsvariante des Restbetrages nach Fertigstellung der Baumaßnahme ist eine Aufteilung, bei der 50 Prozent über einmalige Verbesserungsbeiträge und 50 Prozent mit laufenden Gebühren gedeckt werden. Ein erneuter Beschluss wird zu gegebener Zeit mit der Fertigstellung der Kläranlage gefasst werden müssen.
Eisingen hat sich bisher für die Finanzierung über die laufenden Verbrauchsgebühren entschieden, damit die finanzielle Belastung über einen längeren Zeitraum verteilt wird. Die Beteiligung an den Kosten richtet sich dabei nach dem gebührenpflichtigen Verbrauch: Wer mehr verbraucht, trägt entsprechend mehr zur Finanzierung bei.
Ein unmittelbarer Vergleich mit den anderen Mitgliedsgemeinden ist deshalb nur bedingt aussagekräftig. Unterschiedliche Finanzierungskonzepte und örtliche Voraussetzungen können zu unterschiedlichen Gebührenhöhen und zusätzlichen Beitragsbelastungen führen. Für einen fairen Vergleich müssen daher sowohl die laufenden Gebühren als auch mögliche Verbesserungsbeiträge berücksichtigt werden.
Verbesserungsbeiträge, wie sie in Kist, Waldbrunn oder Waldbüttelbrunn zur Finanzierung herangezogen werden, sind in Eisingen vorerst nicht vorgesehen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet der gewählte Weg allerdings, dass sich die Kosten des Neubaus in den künftigen Abwassergebühren niederschlagen.
Bildquelle: Google Maps